Zucker und seine 70 Namen ...

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nemo90
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon nemo90 » 08 Aug 2017, 15:52

RTL Extra hat gestern einen Erfahrungsbericht über 4 Wochen ohne Zucker gebracht:
https://www.tvnow.de/rtl/extra-rtl/them ... ker/player
(ab Minuten 30 etwa, davor geht es um Esel und LKWs)

Es beschreibt die Auswirkung von Zucker im Selbstversuch, ohne großartig wissenschaftlich zu sein - aber ich fand es trotzdem einen ganz guten Beitrag.
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unkraut
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon unkraut » 24 Aug 2017, 22:53

@sugargypsy: bei fddb kontrolliere ich immer nach bzw. vergleiche verschiedene Einträge und schnappe mir den realistischten. Manche verwechseln auch Portionsangaben, den Unterschied zwischen 100g und 100 ml (bei Eiscreme macht das was aus). Und wenn mir zu irgendwas garnix passt, baue ich mir einen Dummy aus den KH, EW und Fettwerten.
[font=Comic Sans MS]Start Mai 2017: failed, frühestens im nächsten Jahr wieder[/font]
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Sugargypsy
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Sugargypsy » 24 Aug 2017, 23:03

Das ging bei dem Fruchleder nicht, da es da nur zwei Produkte gab. Ich hab dann aber so im Netz gesucht, da bin ich dann auch fündig geworden :zwinker:. Zu was ich mir allerdings die Mühe gemacht habe, das Problem zu beschreiben, frag ich mich gerade auch. Hab gerade noch mal nachgeschaut, sind - nach knapp 4 Wochen - immer noch die gleichen Produkte mit den falschen Werten drin :wirr:.
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Sugargypsy
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Sugargypsy » 29 Sep 2017, 00:24

Mal was Neues von der Zuckerfront bzw. der kritschen Betrachtung diesbezüglich ... Kampf dem Zucker

Was man da liest, wie der Zuckerkonsum die letzen Jahre gestiegen ist :ohnmacht: ...

Am 1. Oktober fällt in der EU die Zuckerquote. Bislang garantierte sie den Bauern feste Preise für feste Produktionsmengen. Gibt es diese Quote nicht mehr, bestimmt der Wettbewerb den Preis.

Ein weiteres Zitat:
Branchen-Analysten haben schon vor zehn Jahren festgestellt, dass die Lebensmittelindustrie in einem Dilemma steckt: Ungesunde Produkte mit viel Zucker sind deutlich profitabler als beispielsweise Obst, Gemüse oder Wasser. Diese Situation wird sich verschärfen. Und deshalb brauchen wir, dringender denn je, Anreize für die Industrie, gesündere Lebensmittel anzubieten. Das ist im Kampf gegen die weltweite Epidemie an Fettleibigkeit von großer Bedeutung.


Einfach bitte komplett durchlesen :blume: - gern auch in Etappen. Aber es lohnt sich!
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Hexe
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Hexe » 29 Sep 2017, 18:17

heute abend kommt um 21.00 uhr auf 3sat eine sendung zu diesem thema:
https://www.tvinfo.de/fernsehprogramm/598385004-makro

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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon eva1302 » 06 Okt 2017, 22:29

Raus aus Wurm und Santis Thread und hier herein zur Weiterdiskussion:

Anders verhält es sich beim Zucker, der von Natur aus in Obst, Gemüse und Milch steckt. Im Zusammenhang mit seinem Konsum haben Forscher bisher keine negativen Folgen nachweisen können. Laut den neuen Empfehlungen ist eine Einschränkung in dem Fall nicht notwendig.

Dann aber von mir nochmal die Frage: wie halte ich das auseinander? Klar ist Obst und Gemüse in Reinform.
Aber ist Joghurt und Quark nicht auch schon ein verarbeitetes Lebensmittel, weil z. B. getrocknete Früchte zählen da ja auch dazu (und die liebe ich leider)?

Das würde bedeuten, ich kann Zucker in beliebiger Menge essen, solange es kein beigefügter ist? :wirr:
Ich müsste Zucker aus verarbeiteten Lebensmitteln einfach unter 50 g halten (was gar kein Problem ist) und kann ansonsten in Bezug auf Obst und Milchprodukte so viel essen wie ich will???
Ich hab das aber auch schon anders gelesen (im Darmbuch z.B.). Langsam weiß ich gar nicht mehr, an was ich mich halten soll.

Gut, dass ich ohne auf Zucker zu schauen auch schon abgenommen habe :kichern: , es klappt also bei mir. Im Normalfall liege ich zwischen 30 g und 100 g Zucker am Tag und davon zwei Drittel aus Obst und Milch. Müsste also mehr als gut passen.
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Sugargypsy
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Sugargypsy » 06 Okt 2017, 22:34

:knutschmund: Danke, Eva. hab mal wieder viel zu kompliziert gedacht, so kann ich meine Antwort einfach hier reinsetzen - ohne großes weiteres Gerede:

eva1302 » 06 Oct 2017, 19:43 hat geschrieben:Dann aber von mir nochmal die Frage: wie halte ich das auseinander? Klar ist Obst und Gemüse in Reinform.
Aber ist Joghurt und Quark nicht auch schon ein verarbeitetes Lebensmittel, weil z. B. getrocknete Früchte zählen da ja auch dazu (und die liebe ich leider)?
Also wenn Du eine ganz strenge Unterscheidung möchtest, dann gibt es da schon einen Unterschied. Joghurt und Quark ohne Zusatzstoffe - und keine Frischkäse-, Quark- oder Joghurt"zubereitungen" - sind in unserem heutigen Sinne zwar verarbeitete Lebensmittel, weil der Prozess inzwischen durch die Industrie beschleunigt und standardisiert wurde. Aber man kann oder könnte Joghurt oder Quark auch auf natürlichem Weg herstellen, so kam man ja ursprünglich auf diese Lebensmittel. Um Quark herzustellen benötigt man Milch und Lab**, das früher beim Melken gerne mal in die Milch geriet und für die Umwandlung sorgte. Allerdings gab es da viel Ausschuss, man konnte den Prozess nur bedingt beeinflussen, die entsprechende Menge erhalten.

Zu den getrockneten Früchten gleich unten noch mehr.

eva1302 » 06 Oct 2017, 19:43 hat geschrieben:Das würde bedeuten, ich kann Zucker in beliebiger Menge essen, solange es kein beigefügter ist? :wirr:
Ich müsste Zucker aus verarbeiteten Lebensmitteln einfach unter 50 g halten (was gar kein Problem ist) und kann ansonsten in Bezug auf Obst und Milchprodukte so viel essen wie ich will???

Meiner Meinung nach kann man die Frage nach der Zuckermenge bzw. der Begrenzung nicht pauschal beantworten. Das hängt immer von der Zielsetzung ab. Was willst Du erreichen bwz. was willst Du vermeiden?

Das Ziel der WHO ist den Anteil an freien Zuckern unter 10 % Energiezufuhr fahren, um das das Risiko für Übergewicht, Fettleibigkeit und Karies zu reduzieren. Denn bei unter 10 % ist gewährleistet, dass nur wenig verarbeitete Lebensmittel gegessen werden. Ein Beispiel:

Mit einer Tafel Vollmilchschokolade sind die 50 g schon überschritten, die hat 55 g Zucker. Bei Äpfel müsste man schon 4 bis 5 Stück essen (ca. 350 kcal), um diese Menge zu erreichen. Danach ist man erst einmal satt, nach einer Tafel Schokolade (ca. 550 kcal) trifft das bei vielen nicht zu, da können viele noch locker was Salziges danach essen. Dadurch hat man dann recht leicht schon ein Drittel bis die Hälfte vom Gesamtumsatz zu sich genommen. Da ist leicht auszurechnen, dass man am Tag auch insgesamt vermutlich drüber sein wird - bei den Äpfeln oder einem Obstteller wird das eher nicht der Fall sein. Daher wurde vermutlich u.a. diese Empfehlung formuliert.

Willst Du, dass Dein Blutzzuckerspiegel keine Achterbahn fährt, Du keine Heißhungerattacken bekommst, dann muss ich klar sagen, lautet die Antwort nein, Du kannst nicht unbegrenzt Zucker essen. Dann ist die Menge an Zucker - auch an "natürlichem", wenn wir ihn mal so nennen wollen - begrenzt.

Willst Du lediglich nicht zunehmen, kannst Du so viel "natürlichem" Zucker essen, wie Du willst, solange Du Deinen Gesamtumsatz nicht überschreitest.

Willst Du das Konzept Clean Eating verfolgen, heißt die Antwort Jain. In der Sonne getrocknete Früchte würden ja bedeuten, im Dörrapparat getrockneter wäre für mich eine Gewissensfrage, je nachdem wie puristisch man veranlagt ist und ein klares Nein würden die getrockneten Früchte erhalten, die geschwefelt bzw. mit Antioxiantien behandelt wurden.

Die Autorin Deinen "Darmbuchs" hat vermutlich eine andere Prämisse aufgestellt, da scheint die Antwort nein zu lauten.

eva1302 » 06 Oct 2017, 19:43 hat geschrieben:Langsam weiß ich gar nicht mehr, an was ich mich halten soll.

Ich hoffe, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen konnte, warum es so viele scheinbar widersprüchliche Meinungen, Ansichten, aber auch Studien gibt. Man muss sich bei den Empfehlungen immer informieren, was denn die Ausgangshypothese oder auch These ist. Es gibt keine allgemeingültige Antwort.





**
Lab (auch Kälberlab, Käsemagen) ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, welches aus dem Labmagen junger Wiederkäuer im milchtrinkenden Alter gewonnen und zum Ausfällen des Milcheiweißes bei der Herstellung von Käse benötigt wird.
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon eva1302 » 07 Okt 2017, 19:51

Nun hab ich heute doch wieder mein Essen getrackt, um bezüglich des Zuckers bisschen schlauer zu werden. Heute hatte ich bei rund 1.350 kcal bisher 71,5 g Zucker - aber diesen komplett aus Gemüse, Obst und Milch (bis auf rd. 10 g aus dem Tofu und dem Erdnussmus, die ich jetzt mal als verarbeitete Lebensmittel werte). Somit müsste das für mich wirklich passen, war eigentlich ein typischer "guter" Tag soweit.

Hab nochmal in "Schlank mit Darm" nachgelesen und tatsächlich gibt die Autorin für reines Obst auch soweit Entwarnung. Schlecht ist Fruktose nur, wenn sie als Süßungsmittel in eben den verarbeiteten Lebensmittel eingesetzt wird.

Na, dann bleiben wir eben bei der guten alten Vollwerternährung mit viel Ballaststoffen und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln. So hab ich schon als Blumenkind in den 70ern gekocht und gegessen. :kichern:
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Sugargypsy » 07 Okt 2017, 20:12

Genau, die ganzen Geschichten bekommen nur neue Namen, damit man wieder neue Bücher und Zeitschriften gut verkaufen kann :grinszahn:.

"Leben ohne Brot" aus den 70igern ist LowCarb heute, Brigitte-Diät war eine Defizit-Diät wie FLÜ, Vollwertkost aus den 80igern ist Clean Eating ...
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon einMensch » 13 Okt 2017, 15:12

Ist man nicht generell auf der richtigen Spur, wenn man möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel nimmt und selbst kocht?
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon heinkiki » 11 Nov 2017, 07:41

Hallo Ihr Lieben, ich hab mal eine Frage.
Töchterchen hat sich so einen Smoothie gekauft, fand ihn ganz lecker und auch günstig, war aber etwas geschockt, weil dort so viel Zucker drin ist. Jetzt hat sie mich gefragt, ob das "guter" oder "böser" Zucker ist, und ich konnte nicht darauf antworten.
Also brauche ich Euer Wissen, liebe Zuckerexpertinnen - kann sie die bedenkenlos kaufen und trinken?
Selber einen machen ist momentan mangels "Gerät" keine Option.

Danke schonmal :knicks:
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Sugargypsy » 11 Nov 2017, 10:47

Ich hab mir da mal die Zutatenliste rausgesucht, leider nicht den exakt gleichen, aber von der Marke gut & günstig Banane, Traube und Erdbeeren. Die werden vermutlich ja nach dem gleichen Prinzip hergestellt werden: Da stand 100% Frucht, ohne Zusatz von Konservierungs-, Farb- und Aromastoffen, kein Zusatz von Zucker, ohne Konzentrate. Die Zutatenliste bestand aus 39% Erdbeermark, 25% Bananenmark, 24% Traubensaft, Orangensaft, Orangenzellen, Zitronensaft.

Das ist also alles Zucker aus dem Obst, nichts zugesetztes, insofern o.k.

Allerdings halte ich persönlich von Smoothies, regelmäßig integriert in die Ernährung genauso wenig wie von Säften, sie sind für mich (nicht von den Vitaminen und Mineralstoffen her) in Bezug auf ihre Wirkung im Stoffwechsel Süßigkeiten gleich zu setzen. Es besteht ein großer Unterschied darin, ob ich Obst in seiner Ursprungsform oder weiter verarbeitet zu mir nehme.

Wir haben hier mal genauer darüber geschrieben: "...davon Zucker ..." bei FDDB - guckt ihr darauf und wenn ja wie?. Der thread könnte vielleicht insgesamt für Deine Tochter interessant sein.

Ich zitier mal kurz einen Teil einer Antwort von mir:
Sugargypsy » 22 Feb 2016, 11:35 hat geschrieben:Der Zucker im Apfel ist gebunden an "Ballaststoffe" und ist für den Körper nicht frei zugänglich. Im Gegensatz zu Säften oder Limonaden, die - jetzt rein von der Wirkung des Zuckers zu sehen - gleichzusetzen sind, muss bei einem Apfel der Körper Verdauungsarbeit leisten, um an die Kohlenhydrate zu gelangen.

D.h. erst muss gekaut werden, das ist eine mechanische Zerkleienerung, die Energie benötigt. Dann kommt z.B. Amylase aus dem Speichel zum Einsatz, dass die ersten Kohlenhydrate aus dem Apfel löst. Dann geht das vorverdaute Essen in den Verdauungstrakt weiter und die Kohlenhydrate / Zucker werden sukkzessive herausgelöst. Das dauert alles seine Zeit und dadurch, dass der Zucker nur langsam freigesetzt wird, steigt der Blutzuckerspiegel nur sehr langsam an. Dadurch ist auch die Insulinausschüttung nur langsam steigend. Es entstehen keine Blutzuckerspitzen.

Im Vergleich dazu, wenn man einen Apfelsaft trinkt, ist die ganze "Verdauungsarbeit" schon extern geregelt worden, durch das Entsaften der Äpfel. D.h. der Zucker aus dem Apfel muss nicht mehr gespalten werden, sondern gelangt sofort ins Blut. Dadurch entsteht eine Blutzuckerspitze, es erfolgt dadurch eine hohe Insulinausschüttung, um den Zucker entweder direkt ins Gehirn oder Muskeln zu transportieren, sofern der Zucker dort benötigt wird. Ansonsten wird er in die körpereigenen Speicher wie die Leber transportiert, wenn diese voll sind, wird der Zucker dann längerfristig - in Form von Fett - gespeichert.

{...]

Je unverarbeiteter und natürlicher ein Lebensmittel konsumiert wird, umso mehr muss der Körper an Verdauungsarbeit leisten, die gleichzeitig auch etwas Energie benötigt, umso langsamer steigt der Blutzuckerspiegel,
um so gesünder und besser ist es für unseren Körper.
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon heinkiki » 11 Nov 2017, 19:33

vielen Dank für Deine Antwort Sugar :knutschmund:

ich hab das mal kopiert und (ohne links) an Töchterchen geschickt.
sie ist nicht hier im Forum, also kann sie auch nicht im Threat mitlesen, aber ich denke, daß ihr das als Aussage erst mal reicht :ja:
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Re: Zucker und seine 70 Namen ...

Beitragvon Minni » 19 Feb 2018, 23:12

ich schaffe es leider immer noch nicht, gaz zuckerfrei zu leben.
habe hier aber viele Anregungen geholt und werde weiterhin darauf achten, was ich alles so esse

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