Emotionales Essen

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Helenachen
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Emotionales Essen

Beitragvon Helenachen » 09 Dez 2016, 00:47

Hallöchen :weihnachtswink:

ich dachte hier passt es am besten hin, da sonst meine Abnehmmethode Kalorienzählen ist. Wenn es einen passenderen Ort dafür gibt bitte dahin verschieben.

Also ich weiß eigentlich wie es geht. Ausreichend, aber nicht zu viele Kalorien, möglichst gesund, so dass das Hungergefühl unter anderem auch durch Volumen gestillt werden kann, aber trotzdem ist alles erlaubt.
Nun habe ich aber das Problem, dass mein emotionales Essen des häufigeren außer Rand und Band gerät. Das ist ca. seit 1,5 Jahren so und wurde im Sommer nachdem ich angefangen habe zu arbeiten besonders schlimm, so dass ich mir da 10kg innerhalb von kürzester Zeit draufgefuttert habe. Es ist fast als ob ich mich bestrafen möchte und dann auch esse, obwohl ich keinen Hunger habe oder mir sogar schon schlecht ist. Kennt jemand das Problem? Wie geht ihr es an? Irgendwelche Ideen?
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon flixi » 09 Dez 2016, 09:12

Ich frag jetzt mal nach:
meinst du mit "emotionalem Essen" etwas wie "Essen nach Gefühl" bzw. "intuitives Essen" oder "natürliches Essverhalten"? Etwas in der Art?
"Emotionales Essen" verbinde ich eher damit, dass man isst, weil man traurig ist, weil man gelangweilt ist, weil man sauer ist, überfordert oder was weiß ich auch immer. Aber Hunger hat man dabei eigentlich nicht.
Und "emotionales Essen" ist für mich dieses Essen, das eben außer Rand und Band gerät, wie du es beschreibst.

Ich kenne diese Probleme mit natürlichem Essverhalten auch, dass es manchmal einfach nicht funktioniert bzw. eben mit diesen Eskapaden, die ich meist an bestimmten Gefühlen oder Situationen fest machen kann.

Mir hat es geholfen, mich anfangs an Paul McKenna und seinem Buch "Ich mach dich schlank!" zu orientieren. Da gibt es 4 Regeln (ganz grob gesagt: Iss, wenn du Hunger hast. Iss das, worauf du Lust hast. Iss langsam. Höre auf, wenn du satt bist.), die man verinnerlichen soll und eine Hypnose-CD dabei, die einen mental unterstützen kann. Die Regeln werden selbstverständlich ausführlich erklärt.
Ich bin dadurch recht gut reingekommen. Lange stagnierte mein Gewicht dann wieder - jetzt ist es wieder etwas weitergegangen. Ich habe das Buch schon länger nicht mehr in der Hand gehabt, geschweige denn die CD gehört. Aber ich erkenne, dass ich mich unbewusst öfter mal an die Regeln halte.
Es gibt aber auch noch andere, die Bücher verfasst und ähnliche Regeln aufgestellt haben. Kannst ja mal im Internet stöbern, falls dich so etwas interessiert.

Ganz wichtig ist es generell, dass man sich nicht unter Druck setzt (was nicht immer so einfach ist) und wenn man drüber gegessen hat, dass man sich dann nicht noch weiter dafür bestraft oder beschimpft. Vielleicht findest du eine Ersatzhandlung fürs Essen? Kurz vor die Türe gehen und kräftig durchatmen?
Ein Glas Wasser oder Tee trinken? 4 Kniebeugen?

Hast du rausgefunden, wann du immer isst, obwohl du es nicht brauchst? Was für Situationen das sind?
Vielleicht bringt dich ja auch so eine Erkenntnis weiter?
Mama? Holst du mir die Waage raus? Ich muss wissen, wie schnell ich rennen kann!
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon eva1302 » 09 Dez 2016, 09:27

Ich geselle mich mal zu dir, Helenachen. Bin auch ein emotionaler Esser. Ich ringe auch noch damit, eine Methode des Umgangs zu finden.

In Abnehmphasen habe ich interessanter Weise überhaupt keine Probleme damit. Da hab ich meinen strikten Kalorienrahmen und meine Vorgaben und kann das gut in Zaum halten. Hab auch mein Zielgewicht mehrfach erreicht, bin dann aber immer wieder am emotionalen Essen gescheitert und hab mich jeweils wieder hochgefuttert.

Dieses Mal soll das nicht so werden, bin aber bereits jetzt in 3 Wochen schon zwei Mal in die Falle getappt und hab zu viel gegessen, ohne wirklich Hunger zu haben bzw. eben aus emotionalen Gründen.

Flixi hat Paul McKenna angesprochen, das Buch und die CD kann ich auch sehr empfehlen.
Und auch, dass man sich nicht noch weiter runterzieht, wenn man mal in alte Muster fällt.

Gerne können wir uns hier austauschen, denn ich bin im Moment auch ganz "frisch" in der Findungsphase. Sprich, ich versuche rauszufinden, wann ich zu emotionalem Essen neige.

Meine zwei Mal jetzt waren interessanter Weise keine Stress/Ärger/Langeweile Situationen, auf die ich spontan getippt hätte, wenn ich bisher gefragt worden wäre (hab mir eigentlich gedacht, ich bin ein typischer Stress-Esser), sondern im Gegenteil beides Mal Situationen, in denen ich mich sehr wohl gefühlt habe. Einmal wars einfach ein gemütlicher Abend mit Mann und Junior, ich war eigentlich satt und zufrieden, alle haben in die Plätzchen Dose gegriffen und die Plätzchen gelobt - schwupps, hatte ich auch 10-12 Stück gegessen. Ohne Hunger, ohne Stress, Ärger oder Langeweile. Das zweite Mal kam ich nach dem Weihnachtsmarkt satt bis obenhin heim (hatte ziemlich viel Süßes gegessen) und hab mich zu meinen zwei Männern gesetzt, die beim Abendessen waren. Und halt grad mal noch mit gevespert. Dasselbe: ohne Hunger, ohne Stress, Ärger oder Langeweile. Keine Ahnung, ob das jetzt Zugehörigkeitsgefühle waren oder was?

Und so kämpfe ich mich jetzt grade durch. Hab jetzt gedacht, dass ich die McKenna CD wieder regelmäßig hören will, obwohl ich eigentlich nicht mehr abnehmen muss.
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Gelbe Blume » 18 Dez 2016, 21:49

eva1302 » 09 Dec 2016, 09:27 hat geschrieben:
In Abnehmphasen habe ich interessanter Weise überhaupt keine Probleme damit. Da hab ich meinen strikten Kalorienrahmen und meine Vorgaben und kann das gut in Zaum halten. Hab auch mein Zielgewicht mehrfach erreicht, bin dann aber immer wieder am emotionalen Essen gescheitert und hab mich jeweils wieder hochgefuttert.


ich glaube das liegt an der zielorientierung. wenn du ein ziel fixierst das du erreichen möchtest ist die motivation hoch, wenn allerdings dieses ziel erreicht ist ist es schwierig das ziel so umzudefinieren innerlich. so stelle ich mir das jedenfalls vor, mir fällt das abnehmen auch leichter.
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Helenachen » 16 Jan 2017, 23:16

Entschuldigt bitte meine späte Antwort. Mir ist es echt peinlich über dieses Thema zu schreiben. Vielen Dank für eure offenen Worte.

@flixi: Genau - so wie du es geschrieben hast definiere ich "emotionales Essen" - Essen ohne Hunger, sondern nur um verschiedenste Emotionen zu befriedigen.

Mittlerweile habe ich rausgefunden, dass ich vor allem esse wenn ich mich einsam fühle (Das ist gerade sehr viel so...) und wenn ich angespannt und unzufrieden bin. Es ist ein Gefühl von Wertlosigkeit und Gleichgültigkeit. Es ist gerade eine Lebensphase in der alles unsicher ist (Eigentlich im positiven Sinne, da ich die Wahl und viele Möglichkeiten habe...), so dass diese Unsicherheit auch durch Essen befriedigt wird.

Was mir ganz schwer fällt zu verstehen ist, dass ich Essen und Emotion schon mal völlig voneinander getrennt hatte. Jetzt könnte das Thema nicht enger verknüpft sein. Essen ist fast immer an Emotionen und fast nie an Hunger geknüpft.

Ich meditiere mit Hilfe einer App regelmäßig seit etwa einem Monat was mir zumindest bei Anspannung meistens hilft. Ich habe verstanden, dass ich mich wieder grundsätzlich wertschätzen muss und mir das regelmäßig als Mantra sagen muss. Zur Zeit verbinde ich sehr viel negatives mit meiner Person - wie oben beschrieben: versagen und nichts Wert sein. Und das sage ich mir unterbewusst ständig. Das ist eigentlich totaler Schwachsinn. Ich bin in ein hart umkämpftes Traineeprogramm reingekommen und habe tolle Chancen für die Zukunft. Außerdem habe ich eine tolle Familien und Freunde.

Danke für den Tipp mit Paul McKenna - aber ich glaube er würde an der Stelle nicht das tiefergehende Problem ansprechen. Ich hoffe, dass mir eine grundsätzlich positive Lebenseinstellung hilft.
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon bauxerl » 22 Mär 2018, 16:39

@Heleanchen,

entschuldige bitte, ich möchte dir nicht zu nahe treten. Hast du schon an eine Psychotherapie gedacht? Oftmals sind solche Negativgedanken in der Kindheit gelegt worden. Essen als Belohnung oder um zu Trösten etc.
Ich denke eine erfahrene Therapeutin könnte dir da sicherlich helfen.
Alles Liebe!
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon DJCyberGirl » 29 Mär 2018, 13:39

Hallo ihr Lieben,
ich habe meine Bachelorarbeit über emotionales Essen geschrieben. Wie Bauxerl schon richtig erkannt hat, ist der einzige "Ausweg" eine Verhaltenstherapie. Solltest du weitergehende Fragen haben, kannst du mir gerne eine PN schreiben.
LG DJCyberGirl
Quin *gesperrt*
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Quin *gesperrt* » 22 Jul 2018, 13:14

Eine Verhaltenstheraphie wurde auch mir von meinem Vertrauensarzt empfohlen und ich habe das dann auch
gemacht. Allerdings in einer Gruppe und 1x in der Woche. Anfangs war es schrecklich, denn ich musste ja
offenbaren, was mit mir los ist. Ich habe auch zwischendurch weinen müssen. Die anderen waren aber sehr
nett zu mir und haben mich gleich in die Gruppe aufgenommen. Ich bin 6 Monate lang dahin gegangen und
es ging mir von Mal zu Mal besser. Ganz abgelegt habe ich das emotionale Essen noch nicht, doch es ist
spürbar besser geworden und ich gehe jetzt mit Lebensmitteln und Süßigkeiten viel viel vernünftiger um.

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