Chia-Samen

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Chia-Samen

Beitragvon GreenLemon » 25 Jan 2016, 18:59

Chia-Samen sind ja buchstäblich in aller Munde :grinszahn:
Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von "Superfood" egal, was da gerade gehypt wird, aber ChiaSamen hab ich gerne mal probiert. Ich hab für mich einen positiven Einfluss auf die Verdauung festgestellt. Dazu lasse ich die Samen aufquellen und püriere sie anschließend mit dem Stabmixer, da ich nicht sicher bin, ob sie ohne das "Schreddern" nicht einfach so den Darm passieren würde, ohne die guten Inhaltsstoffe herzugeben.

Generelle Infos hier http://www.chia-samen.info

Darin steht auch, dass Chia-Samen sehr keimfähig wären. Ich bin ein großer Fan von Sprossen. Für mich eine gute Quelle von Vitaminen, nicht nur im Winter. Ich hab Chiasamen in mein Keimgerät eingelegt, aber da tut sich irgendwie nichts. Also, außer dass die Samen dieses Gel bilden, was sie ja immer tun, wenn sie mit Flüssgkeit in Verbindung kommen. Hat jemand von euch Erfahrung mit Chiasamen und hat sie schonmal Keimen lassen? Mach ich was falsch?
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Sugargypsy
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Sugargypsy » 25 Jan 2016, 23:57

Auf die Idee Chia keimen zu lassen, bin ich noch gar nicht gekommen, finde ich aber eine sehr gute Idee :doppeldaumen: . Hab gerade aktuell Alfalfa, Rote-Bete-Sprossen und Zwiebelsprossen da, sehr lecker :isst:.

GreenLemon hat geschrieben:Ich hab Chiasamen in mein Keimgerät eingelegt, aber da tut sich irgendwie nichts. Also, außer dass die Samen dieses Gel bilden, was sie ja immer tun, wenn sie mit Flüssgkeit in Verbindung kommen. Hat jemand von euch Erfahrung mit Chiasamen und hat sie schonmal Keimen lassen? Mach ich was falsch?

Ich hab mal nachgelesen und hab zwei Punkte gefunden, die vielleicht die Ursache sein könnten. Auf dieser Seite habe ich Folgendes gefunden:
Die kleine Keimanleitung
Die Chia Keimsaat waschen und etwa 6 - 8 Stunden in Wasser einweichen. Nicht aufgequollene danach aussortieren! Da Chia zu den schleimbildenden Saaten gehört, die einen ruhenden Boden beanspruchen, wird sie am besten auf dem Eschenfelder Kressesieb gezogen. In den ersten Tagen vollzieht sich die Keimung der Chia-Samen stark verzögert, erst nach ein paar Tagen ist ein Fortschritt in der Keimung sichtbar. Wenn der Durchbruch erstmal erreicht ist geht der Keimprozess stetig voran. Die Ernte der Chia-Sprossen beginnt nach 8-10 Tagen.


Die Keimung scheint jedenfalls nicht so schnell zu funktionieren, wie bei anderen Saaten. Vielleicht braucht es einfach noch ein bisschen Geduld?

Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass spezielle Chia Keimsaat notwendig ist. Denn ich kenne es zum Beispiel von der Senfsaat, die ich als Gewürzkörner da hatte und auch keimen lassen wollte. Hat nicht funktioniert. Die normale Keimsaat war kein Problem. Auf der oben zitierten Seite wird ja auch speziell Chia-Keimsaat verkauft.

Dagegen spricht, dass ich sonst diesbezüglich nichts gefunden habe, da wurde nie von spezieller Keimsaat geschrieben. Ich werde morgen mal mein Chia quellen lassen und in mein Keimgerät stecken. Mal testen, ob das was wird.
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon GreenLemon » 26 Jan 2016, 00:02

Danke, ja, teste mal mit. Heute ist bei mir Tag 3. Mal schauen, wenn morgen nichts ist, dann sind die Samen (angeblich Bio Qualität) vielleicht tatsächlich so behandelt, dass sie nicht mehr keimen.
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Veggiefant
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Veggiefant » 26 Jan 2016, 07:59

Chiapudding!

http://www.bevegt.de/chiapudding/

Hab ich mal als Schoko- und Vanillepudding ausprobiert. Finde das Rezept aber gerade nicht mehr.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon inak » 26 Jan 2016, 08:04

Chia-Samen mische ich immer ins Müsli oder Porridge und galube, dass das Sättigkeitsgefühl so länger anhält. Ich wusste allerdings nicht, dass man sie keimen lassen kann. Ich setze heute mal eine Probe an und berichte, was daraus wird.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Hexe » 26 Jan 2016, 08:32

ich habe auch noch chia-samen im schrank. da ich aber die konsistenz überhaupt nicht mag, warte ich gespannt auf die ergebnisse eurer keimversuche. :ja: vielleicht werde die die angefangene packung ja auf diesem weg los?
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Pina Colada » 26 Jan 2016, 08:34

Meine liegen auch seit Wochen im Schrank :grinszahn:
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Hexe » 26 Jan 2016, 08:40

Pina Colada hat geschrieben:Meine liegen auch seit Wochen im Schrank

schon probiert? oder traust du dich nicht ran?
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Hovifan » 26 Jan 2016, 08:47

....seit 1,5 Jahren esse ich Chiasamen regelmäßig. Eine Arbeitskollegin die jahrzehntelang immer Probleme mit dem Darm hatte geht es seit dem bestens damit. Ich glaube bei der gibt es kein Gericht wo nicht Chia drin ist. :kichern: Ich mache gerne spezielle Eneriegiegel damit.
Liebe Grüße von Hovifan mit Schnuffelnase Jason :glubsch:
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Pina Colada » 26 Jan 2016, 08:57

Hexe hat geschrieben:schon probiert? oder traust du dich nicht ran?


Nö, hatte noch keine Idee :nett_nein:
Dachte , die sollte man erst leicht Schreddern bevor man sie einweicht.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon WUEHLMAUS » 26 Jan 2016, 10:41

Hey - hatte die letztes Jahr einfach mal ins Gewächshaus "geschmissen"...einfach so. Haben gekeimt. Mehr wollte ich da nicht wissen. Werde aber dieses Jahr einen richtigen Versuch starten. Dass sie keimen, weiß ich ja jetzt.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Keesepizza » 26 Jan 2016, 15:03

Ich hab sie schon mal als Pudding probiert, fand es aber lange nicht so toll wie erwartet. Mir ist die Konsistenz zu fest, nicht breiig genug. Und geschmacklich auch keine Alternative zu Grießbrei oder Milchreis für mich, das hatte ich mir nämlich erhofft.

Aber durchgeflutscht ist alles, um es mal so zu sagen, und zwar schneller als mir lieb war :staun:

Wer Probleme mit Verstopfung hat, sollte es mal probieren, und alle anderen nicht zu viel auf einmal essen...
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Santora » 26 Jan 2016, 20:02

Ich habe auch schon länger Chia-.Samen zu Hause. Nutze sie im Müsli, gelegentlich in Salaten. Pudding habe ich noch nicht probiert.
Mit dem "Shreddern" davor gehen ja die Meinungen auseinander. In einem Buch stand, sie würden dadurch besser vom Körper aufgenommen, könnten besser quellen. In einem anderen Buch stand, das Zermahlen davor sei nicht notwendig, die diese Samen ja so und so aufquellen.

Leinsamen soll übrigens fast die gleichen Nährstoffe haben und vor allem das Omega-3 ist identisch. Und bedeutend billiger :kleeblatt:
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Re: Chia-Samen

Beitragvon GreenLemon » 26 Jan 2016, 20:10

Also ich hab sie auch schon vor dem Quellen zermahlen, allerdings quellen sie dann nicht richtig auf und bilden diese Schutzschicht nicht. Ich habe gelesen, dass sie, wenn man sie nach dem Quellen nicht schreddert, ihre Nährstoffe nicht freigeben, weil sie zum größten Teil unverdaut wieder ausgeschieden werden. Also sie sind dann aufgrund der Ballaststoffe noch gut für die Verdauung, aber geben das gute Omega 3 nicht so ab wie im geschredderten Zustand. Keine Ahnung, ob das alles stimmt.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Pina Colada » 26 Jan 2016, 20:17

Santi , du isst sie ungeschreddert?
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Santora » 26 Jan 2016, 20:52

Pina Colada hat geschrieben:Santi , du isst sie ungeschreddert?


Teils, teils :kichern:
Habe mal angefangen, sie in einer ungenutzten Kaffeemahlmaschine zu shreddern. Aber irgendwie mochte ich den kernigen festen Bestandteil im Müsli lieber als dieses weichgemahlene Zeugs :kichern:
Habe aber insgesamt noch nicht so viel damit ausprobiert. Sollte ich bei meinem Vorratsbestand aber bald mal machen. Bin also für Vorschläge - außer ins Müsli - offen :kleeblatt:
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Pina Colada » 26 Jan 2016, 20:55

Ich werde sie mal ins Brot machen, aber auch leicht geschreddert denke ich mal. Hoffe nicht, dass die dann glibberig werden im Brot.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Sugargypsy » 26 Jan 2016, 22:52

Da ich mich die letzten Wochen intensiv mit dem Thema Scheingetreide aus Südamerika wie Quinoa, Amarant und Chia beschäftigt habe, weil ich u.a. dazu einen dazu Vortrag gehalten habe, hab ich mal ein paar Infos zum Thema Chia zusammengestellt. Vielleicht interessiert sich ja jemand genauer dafür.

Was ich generell festgestellt habe, ist, dass die zumindest öffentlich zugängliche Studienlage nicht wirklich berauschend ist.

Über Chia, Quinoa und Konsorten gibt es unglaublich viele Wirkungsbeschreibungen, die zu einem großen Teil auf Glauben beruhen und nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen.

Die hohen Eiweißwerte, ungesättigte Fettsäuren- und Mineralstoffgehalte sind im Rohprodukt vorhanden. Man muss aber z.B. wissen, dass durch erhitzen die ungesättigten wertvollen Fettsäuren zu gesättigten Fettsäuren umgewandelt werden, die keinen nennenswerten gesundheitlichen Wert bzw. Vorteil haben. Daher sind diese, wenn Chia in Backwaren enthalten ist, nicht mehr vorhanden.

Der Eiweißgehalt hingegen ist wirklich hoch, vor allem ist die biologische Wertigkeit sehr hoch, da Chia, Quinoa und Amarant alle essentiellen Aminosäuren enthalten, was vor allem für Vegetarier und Veganer interessant ist, da dies bei wenigen bis keinen pflanzlichen Lebensmitteln sonst der Fall ist, die müssen meist mit anderen Pflanzen oder Lebensmitteln kombiniert werden.

Was wenigen bekannt ist, ist, dass in Chia, Quinoa und Amarant auch Phytine enthalten, die viele Mineralstoffe als schwerlösliche Chelate binden (zumindest im Rohzustand). D.h. die Mineralstoffe sind nur zu einem gewissen Anteil für den Körper verfügbar, der Rest wird einfach ausgeschieden. Das gilt übrigens auch für Nüsse und Hülsenfrüchte.

Erst wenn man diese Werte misst und mit anderen Nährmitteln vergleicht, kann man wirklich sagen, ob diese Scheingetreide Superfoods sind oder nicht. Ich hab solche Vergleiche gesucht, aber nicht wirklich verwertbares gefunden. Denn Santora hat recht, wenn sie den Leinsamen zum Vergleich heranzieht, der hat ähnlich positive Inhaltsstoffe in gleicher Höhe.

Als ein Punkt, bei dem Chia im Vergleich zum Leinsamen meist besser abschneidet, ist, dass man es scheinbar nicht "Shreddern" muss, weil alle Stoffe direkt zugänglich sind - im Gegensatz zu Leinsamen. Da komm ich wieder auf die wenigen vorhandenen wissenschaftlichen Studien zurück. Was ich dazu gefunden habe, habe ich schon mal im alten Forum gepostet. Das Ergebnis war, dass es sehr wohl von Vorteil ist, wenn man auch Chia schreddert. Ich hab das mal kopiert:

Durch diesen Text bin ich auf die wissenschaftliche Studie gekommen(ist allerdings auf englisch). Es wurden Versuche bezüglich Resorbierbarkeit in Bezug auf Proteine gemacht in ganzer Form, gemahlen, gemahlen und geröstet etc.

Wenn Du bei der Studie runterscrollst auf etwa die Hälfte des Textes, findest Du Tabelle 2 in der gezeigt wird, dass die Resorptionsrate / Verdaulichkeit des Eiweißes im gemahlenen, rohen Zustand am höchsten ist und bei 80 % liegt. Im ganzen, eingeweichten Zustand liegt diese bei 24 %. *

In diesem Beitrag geht es um einen Versuch bei dem 56 übergewichtige Frauen in den Wechseljahren im Alter von 49 bis 75 teilnahmen. Sie bekamen über einen Zeitraum von 10 Wochen täglich entweder
- 3 Teelöffel ganze Chiasamen
- 3 Teelöffel gemahlene Chiasamen
- oder 3 Teelöffel Mohn als Placebo.

Zu Beginn und zum Abschluss von diesen 10 Wochen wurden Blutwerte abgenommen. Die Gruppe mit den gemahlenen Chiasamen hatten im Anschluss an diese 10 Wochen einen höhreren Spiegel an ungesättigten Fettsäuren im Blut als zu Beginn des Experiments.

Bei den anderen beiden Gruppen - also ganze Chiasamen bzw. Mohn als Placebo - gab es keine signifikante Veränderung. Die Autoren der Studie unter Leitung von David Nieman, Director of the Human Performance Lab at Appalachian State University, hatten zuvor schon eine weitere Studie durchgeführt, bei der die Versuchspersonen das doppelte an ungemahlenen Chiasamen zu sich nahmen (50 g), eingeweicht. Hier wurde herausgefunden, dass diese Personen sogar im Anschluss an diese Phase einen niedrigeren Spiegel an ungesättigten Fettsäuren hatten.

Finde ich vor allem daher interessant, weil die tägliche Einnahmeempfehlung in den USA ja viel höher liegt, als bei uns hier in D. Viel hilft daher nicht unbedingt viel.

Dieser Versuch mit 56 Personen ist natürlich vergleichsweise klein, aber ich finde es weist schon in eine Richtung, dass von gemahlenen Chiasamen mehr Nährstoffe aufgenommen werden, vielleicht durch die Steigerung der Bioverfügbarkeit.


Aber man könnte man sich durchaus auch überlegen, geschroteten Leinsamen zu sich zu nehmen oder beides zu mischen. Muss nicht immer das ganz Neue und Fremde sein.
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Pina Colada » 27 Jan 2016, 07:31

Ok, also dann doch nicht ins Brot :ja:
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Re: Chia-Samen

Beitragvon Waverin » 27 Jan 2016, 09:00

Danke Sugarpsy! :kleeblatt:
Ich finde vor allem die Botschaft super, dass es der gute alte, und hier heimische, Leinsamen auch tut. Die ganzen Jahre fragte ich mich schon, warum plötzlich ein um die halbe Welt gereistes Superfood notwendig wurde.

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