"Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

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"Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon ratzenlady » 13 Sep 2018, 18:19

Das Thema kam gestern in Ashianas Tagebuch auf. Es ging darum ob Kinder im Kindergarten/Krippe Nachtisch bekommen, wenn sie den Hauptgang nicht essen wollen.

A'shiana » 13 Sep 2018, 19:47 hat geschrieben:...
Heute hat ihm das Mittagessen im Kindergarten wohl nicht geschmeckt und er hat dabei öfter gejammert. Ok, dann weiß ich zuminest, dass er keinen Pfannkuchenauflauf mit Gemüse mag *gg* Seinen Nachtisch hat er heute aber trotzdem bekommen, ausnahmsweise. Normalerweise bekommen die Kinder dann keinen wenn sie das Hauptgericht nicht essen.
...



Da das Thema durchaus interessiert diskutiert wurde, aber niemand das TB sprengen will, hab ich mir gedacht, ich mach mal einen Thread dazu auf und bitte Hexe, die Beiträge dazu hier her zu verschieben.
Denke, das sie das im Lauf des Tages bestimmt netterweise machen wird :sm7:
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon A'shiana » 13 Sep 2018, 19:47

Heute hat ihm das Mittagessen im Kindergarten wohl nicht geschmeckt und er hat dabei öfter gejammert. Ok, dann weiß ich zuminest, dass er keinen Pfannkuchenauflauf mit Gemüse mag *gg* Seinen Nachtisch hat er heute aber trotzdem bekommen, ausnahmsweise. Normalerweise bekommen die Kinder dann keinen wenn sie das Hauptgericht nicht essen.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Sugargypsy » 13 Sep 2018, 19:56

Das mit dem Ich-Buch find ich eine schöne Idee.

Dass allerdings der Nachtisch gestrichen wird, wenn das Mittagessen nicht gegessen wird :kopfkratz: ... Ich bin schon der Meinung, dass jedes Essen zumindest probiert werden muss, wenn es auf den Tisch kommt. Fragwürdig finde ich aber schon, wenn das Essen gar nicht schmeckt, das so zu handhaben, dass der Nachtisch gestrichen wird. Da würde mich interessieren, ob das allgemein in Kindergärten oder Krippe so üblich ist?
Zuletzt geändert von Sugargypsy am 13 Sep 2018, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon A'shiana » 13 Sep 2018, 19:58

Ich werde auch nochmal fragen wie genau sie das handhaben, irgendwie ist das heute Mittag in meinen Kopf noch nicht so richtig vorgedrungen.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Wuselsuse » 13 Sep 2018, 21:21

A'shiana, ich bin auch entsetzt von der Vorgehensweise zum Thema Ernährung im Kindergarten. Ich würde es mir verbitten, dass meinem Kind eine Speise mehr oder weniger aufgezwungen wird (es gibt nur Nachtisch, wenn das Hauptgericht gegessen wird :wegflitz:). Ich finde, das geht überhaupt nicht und genau da züchtet man sich doch die Essgestörten oder Übergewichtigen von morgen heran. Ich finde einfach, das geht überhaupt nicht.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:31

Naja, aber der Umkehrschluss ist doch:
Mein Gemüse ess ich nicht, der Schokopudding macht auch satt und schmeckt besser.
Kinder haben sowas ratzfatz raus.

Oder seh ich das falsch?

Bei uns im Kiga ist auch üblich, dass sie probieren und ein Stück weit essen sollten, ehe sie Nachtisch bekommen.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Wuselsuse » 13 Sep 2018, 21:35

Aber den Schokopudding gibt es ja noch obendrein. Solange man keine zweite und dritte Portion Schokopudding bekommt, sehe ich da kein Problem.
Ich finde überhaupt, das Thema Essen sollte bei Kindern nicht zu arg thematisiert werden.
Wenn man keinen Appetit hat, dann ist das eben so und dann muss nicht gegessen werden.
Problematisch wird es doch erst, wenn man von den falschen Gerichten zu viel bekommt.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:40

Durften deine Kinder das Hauptgericht unberührt wegschieben und haben Nachtisch bekommen?
Mal abgesehen davon, das wir zuhause nie Nachtisch essen, gibt es das bei jns tatsächlich auch privat nicht.
Ich empfinde das tatsächlich als Belohnung fürs Essen verschmähen und finde es falsch.

Kommt aber ganz klar auf Kind, Alter und Situation an.
Macht zb natürlich einen Unterschied, ob etwas gekocht wurde von dem man weiß, das Kind mag es nicht oder ob das Kind den Teller wegschiebt, weil es ohne Umwege den Pudding will.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Wuselsuse » 13 Sep 2018, 21:44

Gute Frage .
Bei uns gab es sehr, sehr selten Nachtisch, aber es war immer völlig okay, wenn zu einer Mahlzeit nicht gegessen wurde.
Dann war der Appetit eben bei der nächsten Mahlzeit größer.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass keins meiner 3 Kinder jemals irgendwelche Probleme mit zu viel oder zu wenig essen oder trinken hatte. Durch meine jahrzehntelange Essproblematik hab ich immer versucht, das Thema gar nicht erst aufkommen zu lassen und möglichst natürlich damit umzugehen.
Klar wäre es verkehrt, wenn nie Hauptspeise, dafür immer nur Nachtisch gegessen würde.
Aber Kindern einen Hauptgang aufzuzwingen, nur damit sie an die Nachspeise gelangen, das finde ich eben auch falsch.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:51

Wuselsuse » 13 Sep 2018, 21:44 hat geschrieben:Gute Frage .
Bei uns gab es sehr, sehr selten Nachtisch, aber es war immer völlig okay, wenn zu einer Mahlzeit nicht gegessen wurde.
Dann war der Appetit eben bei der nächsten Mahlzeit größer.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass keins meiner 3 Kinder jemals irgendwelche Probleme mit zu viel oder zu wenig essen oder trinken hatte. Durch meine jahrzehntelange Essproblematik hab ich immer versucht, das Thema gar nicht erst aufkommen zu lassen und möglichst natürlich damit umzugehen.
Klar wäre es verkehrt, wenn nie Hauptspeise, dafür immer nur Nachtisch gegessen würde.
Aber Kindern einen Hauptgang aufzuzwingen, nur damit sie an die Nachspeise gelangen, das finde ich eben auch falsch.

Und ich denke, dass an dem Punkt die Gruppendynamik im KiGa eine Rolle spielt.
In der Gruppe brauchen die Kids eine Menge Regeln, damit das Zusammensein funktioniert und sich Dinge nicht hochschaukeln.
Und merken die Kinder erstmal, sie bekommen immer Nachtisch, wenn sie nix vom Hauptgang essen, dann schleift sich das ratzfatz ein. Da muss eine klare Regel her, wo zu Hause vielleicht eher eine Situationsabhängige Abwägung stattfindet. Ich kann einordnen, wann meine Kinder wirklich nicht hungrig sind (was völlig OK ist) oder wann sie eben nur nix essen, weil sie zB weiterspielen wollen, erster bei was-auch-immer sein, sowas.

Und mal ganz philosophisch betrachtet ;) : Essen dient grundsätzlich dem Stillen des Hungers. Wer also beim Hauptgericht erklärt, er hat keinen Hunger, der braucht auch nichts zu essen. Also warum sollte jemand ohne Hunger dann Nachtisch essen?

Sorry, dass ich dein TB zutexte, Ashiana. :baer:
Ich hör jetzt auf, ich muss nämlich ins Bett...
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Sugargypsy » 13 Sep 2018, 21:56

ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:31 hat geschrieben:Naja, aber der Umkehrschluss ist doch:
Mein Gemüse ess ich nicht, der Schokopudding macht auch satt und schmeckt besser.
Kinder haben sowas ratzfatz raus.

Oder seh ich das falsch?

Bei uns im Kiga ist auch üblich, dass sie probieren und ein Stück weit essen sollten, ehe sie Nachtisch bekommen.
Die kennen ja ihre Pappenheimer.

Das Dilemma seh ich auch, dass von einigen Kindern natürlich der Schokopudding lieber gegessen wird. Wie gesagt, ich finde auch, dass das Mittagessen zumindest probiert werden muss. Aber da ist es natürlich schwierig, eine Grenze zu ziehen à la: ab wie viel gegessenem Essen, gibt es dann einen Nachtisch ...

Ich würde da offen gestanden schon wo ganz anders ansetzen und gar keinen regelmäßigen Nachtisch anbieten :grinszahn: - ist doch eigentlich auch nicht notwendig, zumindest nicht jeden Tag, oder? Wenn doch, dann könnte man das auch mehr in Form von frischem Obst oder Joghurt (natur mit Obst) lösen, was jetzt nicht so attraktiv wie ein Schokopudding ist.

Aber generell wäre das Thema vom Tisch: Wenn es normalerweise keinen Nachtisch gibt, dann isst dasjenige Kind, das das Essen eben nicht mag, halt an dem Tag weniger bis nichts und diese Entscheidung muss gar nicht getroffen werden. Hat dann halt vielleicht ab und an mehr Hunger, wenn es heim kommt, aber ausnahmsweise macht das ja nichts.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Wuselsuse » 13 Sep 2018, 21:56

Muss ich mal drüber nachdenken, Ratze. Vielleicht hast du in Bezug auf die Gruppendynamik Recht. Bei uns gab es damals nur Kindergartenzeiten zwischen 8 und 12 Uhr ohne warme Mahlzeit und mit freiwilligem (selbst mitgebrachtem) Frühstück.

Mich hat dieses "iss erst deinen Hauptgang, damit du an den Nachtisch kommst" vermutlich sehr an meine Kindheit mit "du bekommst nur Ei, wenn du auch Spinat isst :wegflitz: " erinnert.
Das war definitiv falsch und hat mir jahrzehntelang den Appetit auf Spinat verdorben.
Und jetzt bin ich hier auch mit dem Themal weg, sorry A'shiana :blume:.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Sugargypsy » 13 Sep 2018, 22:00

ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:51 hat geschrieben:Und mal ganz philosophisch betrachtet ;) : Essen dient grundsätzlich dem Stillen des Hungers. Wer also beim Hauptgericht erklärt, er hat keinen Hunger, der braucht auch nichts zu essen. Also warum sollte jemand ohne Hunger dann Nachtisch essen?

Mir ging es bei meiner Nachfrage nicht um die Frage Hunger oder nicht, sondern wenn jemand was nicht mag, das dann aber trotzdem essen muss, damit es den Nachtisch bekommt. Damit hab ich ein Problem, aber wie gesagt, ich weiß schon, dass das Thema nicht so einfach zu lösen ist.

Was die Gruppendynamik & gemeinschaftliches Essen betrifft, so könnte ich da aus beruflicher Erfahrung Romane erzählen, aber das würde den Rahmen hier wirklich sprengen :blume:.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Hexe » 14 Sep 2018, 09:15

wunsch erfüllt....

ratze, nicht wundern, ich habe das datum deines eröffnungsposts in der datenbank geändert, das ist die einzige möglichkeit, ihn an den anfang des threads zu bekommen. :am_pc:
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon ratzenlady » 14 Sep 2018, 09:18

Ich danke dir, Hexe :knutschmund:
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon eva1302 » 14 Sep 2018, 10:18

Musste jetzt grade mal drüber nachdenken, wie es bei uns war.
Essen im Kindergarten wurde bei uns immer mitgebracht, ich weiß aber noch, dass meiner das meiste verschenkt hat, zu der Zeit war er ein miserabler Esser.

Zuhause gab es Sachen, die er partout nicht mochte (Paprika, Erbsen, Zwiebeln), das war ok, das musste er auch nicht essen. Ich mag selber auch keinen Rosenkohl und esse den nicht. Inzwischen isst er übrigens Paprika und Zwiebeln, aber Erbsen immer noch nicht (er ist jetzt fast 27).

Zumindest alles mal probieren war bei uns auch die Regel, aber es gab eigentlich nie die Situation, dass er das Essen komplett verweigert hätte. Er hat dann halt z. B. nur Kartoffeln und Salat gegessen und das Erbsengemüse nicht. Oder eben kein Fleisch (da war er früh schon nicht begeistert), aber dafür Beilagen in großer Menge. Das war für mich ok.
Mittagessen gar nicht essen und dafür 2 Nutellabrote, wie ich es von Freunden gehört habe, hätte es bei mir allerdings nicht gegeben.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Hexe » 14 Sep 2018, 16:45

ratzenlady » 13 Sep 2018, 21:51 hat geschrieben:Und mal ganz philosophisch betrachtet ;) : Essen dient grundsätzlich dem Stillen des Hungers. Wer also beim Hauptgericht erklärt, er hat keinen Hunger, der braucht auch nichts zu essen. Also warum sollte jemand ohne Hunger dann Nachtisch essen?


ich denke nicht, dass essen nur dem stillen des hungers dient, auch bei kindern nicht.
schon säuglinge schreien nach "essen", weil sie das bedürfnis nach nähe, geborgenheit, körperkontakt usw.. haben.
essen ist bei kindern oft trost (wer erinnert sich nicht an das stückchen "trostschokolade", nachdem man mit blutigem knie heulend vom spielplatz kam?), durchaus auch schon genuss, frustbewältigung usw... ob es bei kleineren kindern schon eine soziale komponente hat (die ja bei erwachsenen nicht zu unterschätzen ist), darüber grüble ich noch nach. :gruebel:
aber genug philosophiert....

ich denke auch, dass kinder in einer größeren gruppe viel klarere - und auch strengere - regeln brauchen, als zuhause. daher kann ich die kiga-regel auf den ersten blick nachvollziehen. wenn ich genauer darüber nachdenke, wird es aber schwierig.
ratze sagt so schön, "die kennen ja ihre pappenheimer". also sollten die erzieher auch wissen, dass "hans" absolut keinen blumenkohl mag und "tina" kein fleisch. wenn es aber nun blumenkohleintopf oder gulasch gibt, würde das bedeuten, dass hans oder tina an diesem tag gar kein mittagessen haben, weil sie das hauptgericht nicht mögen. wenn jemand etwas nicht mag, macht es in meinen augen auch wenig sinn, wenn derjenige es jede woche "wenigstens probieren" muss. im gegenteil, so verankert man abneigungen für leben! und wo setzt man die grenze, wieviel probiert werden muss, damit man sich den nachtisch "verdient" hat?
wobei sich mir da schon wieder die frage stellt, ob es in einem größeren kiga möglich ist, zwischen "hans mag nunmal keinen blumenkohl" oder "fritz hat heute seine igitt-laune" zu unterscheiden. sicher schwierig, zumal ja auch nicht immer die selben betreuuer mit am tisch sitzen.
:kopfkratz:
je länger ich darüber nachdenke, desto weniger gefällt es mir, dass sich die zwerge den nachtisch "verdienen" sollen.

bei uns zuhause war es ähnlich wie bei vielen von euch:
neues musste wenigstens probiert werden, wenn der zwerg es dann nicht mochte, war das ok. dann blieb eben der spinat liegen und es wurde die kartoffel u das spiegelei gegessen. wenn ich wusste, dass ein kind spinat überhaupt nicht mag, dann bekam es auch keinen auf den teller, ich mag ja schliesslich auch nicht alles! nachtisch gab es zuhause sehr selten und den habe ich dann auch nicht vom aufessen des hauptgerichts abhängig gemacht.
was ich allerdings nie mitgemacht habe: "spontanabneigungen". wenn ich genau weiss, dass mein kind blumenkohl mag und es sitzt mit "ihhh! blumenkohl! WIDERLICH!!!" vor dem teller, dann musste der blumenkohl nicht gegessen werden, aber es gab dann weder was anderes, noch was süßes oder nachtisch. genauso bei launen wie "diese woche mag ich keine möhren, nächste woche kein kohlrabi und übernächste woche kein fleisch".

was meine kinder übrigens SUPERTOLL fanden:
rückwärtsmenu! :wirr:
mit dieser idee kamen sie mal von einem besuch bei der uroma zurück: es gab zuerst den nachtisch und dann das hauptgericht! das fanden sie so lustig-verrückt, dass sie sich bei jeder passenden (und unpassenden) gelegenheit "rückwärtsmenu" gewünscht haben und dann tatsächlich nach dem nachtisch noch eine vernünftige portion hauptgericht auffutterten. :glubsch:
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Wuselsuse » 14 Sep 2018, 17:53

Kinder sind ja eigentlich von Natur aus neugierig. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass irgendein Kind gar nicht erst probieren wollte, wenn es was Neues gab, so dass sich das Problem gar nicht erst stellte.
Die Idee mit dem Rückwärtsmenue finde ich echt witzig :doppeldaumen:.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Hexe » 14 Sep 2018, 20:19

Wuselsuse » 14 Sep 2018, 17:53 hat geschrieben:Kinder sind ja eigentlich von Natur aus neugierig. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass irgendein Kind gar nicht erst probieren wollte, wenn es was Neues gab


ich habe das gar nicht großartig thematisiert.
also nicht, "heute essen wir XY, das hast du noch nie gegessen" oder "probier mal, ob dir das schmeckt" usw...
jeder bekam ganz normal seine portion auf den teller. wenn das kind gefragt hat, was das ist, bekam es natürlich eine wahrheitsgetreue antwort, ansonsten wurde einfach gegessen, ohne viel aufhebens darum zu machen, dass etwas unbekanntes auf dem teller lag.
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Re: "Iss deinen Spinat auf!" - Ernährung bei Kindern

Beitragvon Bärin » 14 Sep 2018, 20:55

Bei uns im Hort ist es so , dass das Essen der ganzen Woche bekannt gegeben wird. Dann kann man die Kinder zum Essen anmelden. Es gibt Schüsseln auf den Tisch und jeder nimmt sich selbst. Das was auf dem Teller ist, wird gegessen.
Man darf aber einen Klecks zum probieren nehmen und danach kräftig reinschaufeln.
Die beiden Köchinen sind so toll, kochen so gesund, dass ich traurig bin, da nicht öfter essen zu können.

Es gibt Kinder, die dann nur Kartoffeln essen, nur das Fleisch oder alles. Beim Nachtisch wird gefragt: wer will und jeder bekommt einen Teil davon.
Tagebuch einer Bärin
Mach HEUTE so schön, dass GESTERN neidisch wird.

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